Nobelpreisträger für Physik 1987
IBM Fellow Emeritus, IBM Research, Zürich (Schweiz)
Supraleitung – vom Phänomen zur Technologie
Schon vor 100 Jahren hatte Kamerlingh Onnes, der Entdecker des Phänomens, revolutionäre Ideen zur Umsetzung in energietechnische Anwendungen. Träume zum verlustfreien Transport von elektrischer Energie und der Erzeugung hoher Magnetfelder musste er bald begraben. Erst in den späten 70er Jahren eröffnete sich die Möglichkeit mit Supraleitern Magnete für den Einsatz in Forschung und Medizin zu entwickeln. Einen neuen Impuls erlangte das Feld aber zum Zeitpunkt seines 75-jährigen Bestehens durch die Entdeckung der Hochtemperatur-Supraleitung in einer neuen Klasse von Materialien. Die Weiterentwicklung dieser Materialien ermöglicht heute endlich den verlustfreien Transport elektrischer Energie, deren effizientere Erzeugung und Nutzung unter gleichzeitiger Einsparung wichtiger Ressourcen. Dies und unzählige weitere Einsatzfelder machen die Supraleitertechnologie zur Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts.
Zur Person
Georg Bednorz studierte Mineralogie und Kristallographie an der WWU in Münster. Während seiner Studienzeit arbeitete er wiederholt für mehrere Monate am IBM Forschungslabor in Rüschlikon in der Schweiz, wo er auch bis 1975 die Experimente zu seiner Diplomarbeit durchführen durfte. 1977 wechselte er für seine Doktorarbeit an das Laboratorium für Festkörperphysik der ETH Zürich. 1982 wurde Georg Bednorz wissenschaftlicher Mitarbeiter im Physikdepartment am IBM-Foschungslabor, an dem er sich weiter der Erforschung von oxidischen Materialien widmete. Bald wurde daraus die Suche nach neuartigen Supraleitern mit hohen Sprungtemperaturen, die er 1983 zusammen mit K. Alex Müller aufnahm. Nach ihrer Entdeckung der Hochtemperatursupraleitung in schichtartigen Kupferoxidverbindungen im Jahr 1986 erhielten Bednorz und Müller zahlreiche national und international bedeutende Ehrungen. 1987 wurden beide mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet.
Arbeitsgruppe für Experimentelle Teilchenphysik der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Das Higgs-Boson — Was haben wir davon?
Wohl kaum ein wissenschaftliches Ergebnis der Grundlagenforschung hat in den letzten Jahren so viel öffentliches Interesse erregt wie die Entdeckung eines Higgs-Bosons am europäischen Labor für Teilchenphysik CERN im Sommer 2012.
Ist es das lang gesuchte Higgs-Boson des Standard-Modells? Ist es ein anderes Higgs-Boson? Wofür braucht man das Higgs-Boson? Was wissen wir schon über das neue Elementarteilchen? Was müssen wir noch herausfinden? Wie macht man das überhaupt? Was bringt uns dieses Wissen eigentlich? Und was hat das alles mit dem Universum zu tun? Fragen über Fragen, die im Vortrag erläutert werden.
Zur Person
Klaus Desch ist Professor für Experimentalphysik an der Universität Bonn. Er arbeitet auf dem Gebiet der Elementarteilchenphysik an großen Beschleunigeranalagen, vor allem im ATLAS-Experiment am LHC-Beschleuniger am CERN. Sein Interesse gilt der Erforschung des Higgs-Bosons und der Suche nach neuen Teilchen und Phänomenen bei höchsten Energien. Er arbeitet auch an der Vorbereitung zukünftiger Beschleunigerprojekte und entwickelt neue Teilchendetektoren. Desch hat 1995 in Bonn promoviert, ging dann als Fellow ans CERN. Weitere Stationen führten ihn an die Universitäten Hamburg und Freiburg, bevor er 2006 an das Physikalische Institut der Universität Bonn berufen wurde.
Nobelpreisträger für Chemie 1988
Direktor Emeritus der Gruppe für Strukturforschung am Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried
Schönheit und Zweckmäßigkeit — Die Architektur der Proteine, der Bausteine des Lebens
Proteinstrukturen in atomarer Auflösung werden mit immer höherer Geschwindigkeit bestimmt. Dies wurde ermöglicht durch die schnell fortschreitende Entwicklung von Methoden und Instrumenten in der Proteinkristallographie, der Elektronenmikroskopie und der NMR-Spektroskopie. So können heute sehr große und komplexe Proteinstrukturen ermittelt werden. Diese Strukturen dokumentieren die Schönheit und grenzenlose Vielseitigkeit der Architektur der Proteine, aber enthüllen auch unerwartete Verwandtschaftsbeziehungen, welche einen Blick weit in die Vergangenheit der biologischen Evolution ermöglichen. Diese Strukturen bilden die Grundlage für das Verständnis von Bindungspezifitäten und katalytischen Eigenschaften der Proteine (Chemie), ihren spektralen Eigenschaften und Elektronentransferfunktionen (Physik) und ihrer Rolle in physiologischen Systemen (Biologie und Medizin). Sie erlauben es, spezifische Bindungspartner für Zielproteine zu entwickeln, was neue Strategien für Therapien, Medikamentenentwicklung und den Schutz von Nutzpflanzen eröffnet.
Zur Person
Robert Huber ist ein deutscher Chemiker und Nobelpreisträger. Er studierte, promovierte und habilitierte sich im Fach Chemie an der TU München. Von 1971 bis 2005 war er Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München. Er erhielt den Nobelpreis im Bereich Chemie 1988 zusammen mit Johann Deisenhofer und Hartmut Michel „für die Erforschung der dreidimensionalen Struktur des Reaktionszentrums der Photosynthese bei einem Purpurbakterium“. Robert Huber leitet als Direktor Emeritus die Gruppe für Strukturforschung am MPI für Biochemie in Martinsried. Darüber hinaus besetzt er mehrere Gastprofessuren an Universitäten in Wales, Singapur, Deutschland und Spanien. Als Mitbegründer der Biotech-Unternehmen Proteros (1997) und SuppreMol (2005) nimmt er in beiden Unternehmen beratende Funktionen ein. Seit 1988 ist Huber ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. 1990 wurde er zu einem Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Seit 2005 forscht Robert Huber als Gastprofessor am Zentrum für Medizinische Biotechnologie der Universität Duisburg-Essen.
Tagungsort der Veranstaltung Schule MIT Wissenschaft war vom 10. bis 12. November 2016 die Körber-Stiftung in der HafenCity.
Die Hansestadt Hamburg weist neben verschiedenen Hochschulen wie der Universität Hamburg, der TU Hamburg-Harburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften auch eine Reihe von herausragenden Forschungsinstituten mit naturwissenschaftlich-technischem Schwerpunkt auf, mit denen sich die Stadt einen Ruf als bedeutender Wissenschaftsstandort erarbeitet hat. So kooperiert die HafenCity Universtät Hamburg seit Juni 2015 mit dem MIT Media Lab, um im Bereich der digitalen Stadtplanung neue, interdisziplinäre Wege zu gehen.
Neben hochkarätigen Workshops begeisterten u.a. der Nobelpreisträger Klaus von Klitzing und die Wissenschaftler Franz X. Kärtner und Jörn Dunkel vom MIT die ca. 100 Lehrkräfte der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer von weiterführenden Schulen aus dem ganzen Bundesgebiet.
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Bilderalbum Schule MIT Wissenschaft | Hamburg 2016 mit freundlicher Genehmigung der Referenten und Veranstaltungsteilnehmer
Broschüre mit Veranstaltungsplan und Informationen zu allen Referenten und Vorträgen (01.11.2016)












Vom 30. Oktober bis 1. November 2015 fand die Bundeskonferenz Schule MIT Wissenschaft im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig-Stöckheim statt.
Braunschweig zählt zu den forschungsintensivsten Regionen in Europa und weist eine überdurchschnittlich hohe Wissenschaftlerdichte auf.
Die Stadt ist nicht nur Sitz der renommierten Technischen Universität, sondern auch einer Reihe von Forschungsinstituten mit naturwissenschaftlich-technischen Schwerpunkten.
Aus diesem Grund haben sich bedeutende Unternehmen in Braunschweig, der Stadt der Wissenschaft 2007, angesiedelt.
Neben einer Reihe hochkarätiger Workshops, gestaltet von Forschungseinrichtungen der Region Süd-Ost-Niedersachsen, begeisterten u.a. Nobelpreisträger Erwin Neher aus Göttingen sowie die Professoren des MIT Mathias Kolle und Zoltàn Spakovszky mit Vorträgen über aktuelle Forschung.
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Bilderalbum Schule MIT Wissenschaft | Braunschweig 2015 mit freundlicher Genehmigung der Referenten und Veranstaltungsteilnehmer
Broschüre mit Veranstaltungsplan und Informationen zu allen Referenten und Vorträgen (28.10.2015)











„Begeisterer begeistern“ – Die erste Veranstaltung Schule MIT Wissenschaft fand von Freitag, dem 7. November 2014, bis Sonntag, dem 9. November 2014, in der Universitätsstadt Erfurt statt und versammelte ca. 100 Lehrkräfte der naturwissenschaftlichen und technischen Fächer von weiterführenden Schulen aus dem ganzen Bundesgebiet.
Die 1,5-tägige Veranstaltung bot eine abwechslungsreiche Folge von Vorträgen, Workshops und Erfahrungsaustauschrunden.
Dabei stellten führende Experten aus Physik, Biologie, Chemie und Technik ihre aktuellen Forschungsthemen vor und regten die Teilnehmenden zu Diskussionen an, die der Entwicklung eigener Ideen für die Vermittlung dieser Themen im Unterricht dienten.
Ausdrückliches Ziel von Schule MIT Wissenschaft ist die Grundidee der „Universitas“ („alle Themen für alle“), so dass ein Blick über den Tellerrand des eigenen Faches ermöglicht wird. Es haben u.a. Robert Huber, Nobelpreisträger in Chemie, und zwei Professoren des MIT, Oliver Jagoutz und Thomas Schwartz, ihre Forschungsinhalte vorgestellt.
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Bilderalbum Schule MIT Wissenschaft | Erfurt 2014 mit freundlicher Genehmigung der Referenten und Veranstaltungsteilnehmer
Broschüre mit Veranstaltungsplan und Informationen zu allen Referenten und Vorträgen (Stand: 06.11.2014)









