Constanza Araujo Hauck

Constanza Araujo HauckEuropäische Südsternwarte

Das weltgrößte Auge ins Universum: ESO’s Extremely Large Telescope – Technologie und Wissenschaft
Für das Verständnis des Universums sind Teleskope unverzichtbare Werkzeuge. Um noch tiefer ins All blicken zu können und feinere Strukturen aufzulösen, werden immer größere Teleskope benötigt.

Deswegen baut die Europäische Südsternwarte (ESO) in der chilenischen Atacama Wüste zurzeit das weltgrößte Spiegelteleskop mit einem Hauptspiegeldurchmesser von 39m. Dieses „Extremely Large Telescope“ (ELT) wird damit mehr Licht sammeln als die kombinierte Spiegelfläche aller derzeitigen optischen Großteleskope zusammen.

Um die Möglichkeiten des ELT voll ausreizen zu können, müssen etliche ingenieurstechnische Herausforderungen gemeistert werden. Neben dem Zusammenspiel von fast 800 Einzelspiegeln, um einen einzigen Hauptspiegel zu realisieren und dem Fokussieren und Umlenken des Sternenlichts durch vier weitere Großspiegel, spielt die adaptive Optik zur Erstellung gestochen scharfer Bilder eine entscheidende Rolle. Für die Analyse des Lichts werden hochkomplexe Kameras und Spektrographen benötigt, welche die Größe eines kleinen Einfamilienhauses erreichen. Nur die enge Zusammenarbeit von Technologie und Wissenschaft macht es möglich, einigen der spannendsten Fragen über das Universum nachzugehen.

Zur Person
Constanza Araujo Hauck ist Leiterin der Optikabteilung der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Garching, Deutschland. Sie ist verantwortlich für ein Team aus den Bereichen Technik und Ingenieurswesen, das optische Systeme für einige der weltweit fortschrittlichsten astronomischen Einrichtungen entwickelt, integriert, validiert und betreut.

Ursprünglich aus Chile stammend, verfügt Constanza Araujo Hauck über einen Abschluss in Optik von der Pontificia Universidad Católica de Valparaíso in Chile sowie ein Postgraduiertendiplom in Projektmanagement von der Universidad Adolfo Ibáñez in Santiago/Chile. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in der astronomischen Instrumentierung war sie bereits für die ESO, das Gemini-Observatorium und das Vera C. Rubin-Observatorium tätig.

Seit ihrer Rückkehr zur ESO im Jahr 2018 ist sie an der Entwicklung des Extremely Large Telescope (ELT) beteiligt, des größten jemals gebauten optischen und infraroten Teleskops. Sie verantwortet die Entwicklung, Erprobung und Inbetriebnahme zentraler optischer Systeme für die Erforschung des Universums mit bislang unerreichter Empfindlichkeit und Auflösung