Prof. Dr. Klaus Blaum

Prof. Dr. Klaus BlaumMPI für Kernphysik
Heidelberg

Das kosmische Antimaterie-Rätsel (11:30)

Kurz nach dem Urknall entstanden Materie und Antimaterie in gleichen Mengen und vernichteten sich größtenteils gegenseitig. Dennoch blieb ein kleiner Überschuss an Materie übrig. Diese übrig gebliebene Materie bildet das Universum, wie wir es heute kennen, mit seinen Sternen, Planeten und Galaxien. Was dieses Ungleichgewicht verursacht hat, ist eines der größten Rätsel der Physik. Auf der Suche nach einer Erklärung vergleichen Wissenschaftler sorgfältig die Eigenschaften von Materie und Antimaterie, wie beispielsweise die Masse und die magnetischen Eigenschaften von Elektronen, Protonen und ihren Antiteilchen. Mithilfe präziser Experimente mit gefangenen und gekühlten Ionen untersuchen sie diese Unterschiede im Detail und suchen nach winzigen Asymmetrien, die erklären könnten, warum Materie noch immer existiert.

Zur Person
Klaus Blaum ist ein Experimentalphysiker, der für die Entwicklung hochpräziser Penning-Fallen-Methoden zur Untersuchung exotischer Kerne bekannt ist. Diese ermöglichen zwingende Tests des Standardmodells und tragen zu einem besseren Verständnis der Kernstruktur und astrophysikalischer Prozesse bei. Er studierte Physik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, promovierte im Jahr 2000 und arbeitete anschließend am CERN in Genf. Nachdem er eine Helmholtz-Forschungsgruppe geleitet hatte (2004–2007), wurde er Direktor der Abteilung „Stored and Cooled Ions“ am Max-Planck-Institut für Kernphysik und Professor an der Universität Heidelberg. Klaus Blaum erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. 2021 den Otto-Hahn-Preis, 2025 die Stern-Gerlach-Medaille und 2026 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis. Zudem ist er Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und der „Physik-Klasse“ der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.